Das Schulsystem, das Lehrern ihre Zeit zurückgibt · Von Dr.-Ing. Walter Tritt · KVD Service-Management-Preis 1992
Lehrer sollten Anerkennung nicht dafür bekommen, dass sie Vorträge halten oder fleißig sind - sondern dafür, dass Schüler bei ihnen nachweislich etwas gelernt haben und es beherrschen. Das ist der Kern. Alles andere folgt daraus.
Im Kneipengespräch mit einem Oberstudienrat ist diese Idee entstanden: Punkte für Schülererfolg statt für Lehrer-Aktivität. Der Studienrat war fasziniert - und gleichzeitig klar: An der öffentlichen Schule wird das nicht passieren. Nicht, weil Eltern es nicht wollen. Die verstehen es sofort und wollen es. Der Apparat ist dagegen: Er bekommt sein Geld auch ohne messbaren Lernerfolg und kann in Ruhe seinen Verwaltungen und Regelungen nachgehen.
Aber es gibt Schulen und Bildungsorte, die anders funktionieren müssen, weil sie am Ergebnis gemessen werden: Privatschulen, Nachschulen, Lernzentren und die Ausbildungs-Abteilungen von Firmen. Für sie ist dieser Artikel geschrieben.
Heute wird Lehrerleistung meist über Aktivität gemessen: gehaltene Stunden, Vorbereitung, Verwaltungsaufwand. Was fehlt, ist die Verbindung zum eigentlichen Ziel - dem, wofür Lehrer eigentlich da sind: Schülern etwas beizubringen und sie zu motivieren.
Jede Prüfung trägt einen Grundwert (je nach Schwierigkeit und Vorbereitungsaufwand). Die erreichte Note skaliert die Punkte für den Lehrer:
(Die Prozentsätze sind ein Beispiel - jede Einrichtung legt ihre eigene Skala fest.)
Ein schwerer Schüler, der von Note 5 auf Note 3 gebracht wird, ist damit so viel wert wie ein guter Schüler, der mühelos eine 2 schreibt. Der Anreiz dreht sich um: Plötzlich sind die Schüler interessant, die Förderung brauchen - genau die, die heute am meisten Lehrerzeit verlieren, weil sich niemand um sie reißt.
Die naheliegende Frage: Schreibt der Lehrer nun großzügige Noten, um Punkte zu sammeln? Dafür gibt es eine erprobte Mechanik - die Qualitätsprüfung durch Kollegen:
Dieser Mechanismus ist keine Theorie: Er ist die Kernmechanik der GoodPoints-Auftragsbörse (Qualitätsprüfung durch Kollegen, Honoration der Prüfung, Mehrheitsentscheid) und wurde im Pilot 2006 in einem deutschen Konzern mit +20 % Produktivität ab dem ersten Monat erprobt.
Ein Lehrer, der einem Kollegen hilft, einen schwierigen Schüler zum Erfolg zu führen, bekommt Punkte dafür - schließlich hat er zum Lernerfolg beigetragen. Das System honoriert damit genau das, was heute unsichtbar bleibt: die stille Weitergabe von Können.
Für Privatschulen und Ausbildungs-Abteilungen, die am Ergebnis gemessen werden (Bestehensquoten, Elternzufriedenheit, Übernahmequoten), bedeutet das:
• Engagierte Lehrer werden sichtbar und bekommen Anerkennung - ohne dass jemand über Geld verhandelt
• Wer Schüler durchbringt, sammelt - der Spieltrieb wird geweckt, ohne Misstrauens-Boni
• Schwierige Fälle werden zur Chance statt zum Risiko
• Die Leitung sieht, wo Lernerfolg entsteht - und wo Unterstützung nötig ist
Ein bewusster Grundsatz: GoodPoints stellt keine Lehrer bloß. Die Punkte können intern bleiben, sichtbar nur für den einzelnen Lehrer und die Leitung. Es geht um Anerkennung und Transparenz für die, die es wollen - nicht um öffentliche Ranglisten. Und: Lehrer sind im System auch Mitarbeiter mit allen Rollen - die Qualitätskontrolle können sie sogar besonders gut übernehmen.
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Jetzt ausprobierenKonzept und Ideen: Dr.-Ing. Walter Tritt (KVD Service-Management-Preis 1992, entwickelt im Zuge der Promotion) · Text redaktionell aufbereitet mit KI-Unterstützung · Umgesetzt als Software: goodpoints.de · Weitere Publikationen unter www.scwt.de